Fast vier Jahrzehnte Aschaffenburger Golfclub

Eine Chronik

Recherchiert und zusammengefasst von Elske Maurer.

Während sich um die Ursprünge des Golfspiels viele Legenden ranken, und verschiedene Länder dessen Erfindung für sich reklamieren, ist die Gründung des Aschaffenburger Golfclubs fest mit dem Namen Ernst Brönner verbunden.

Inspiriert von ersten Golferfahrungen im Ausland, und mit dem Gespür für die auch in Deutschland aufkeimende Faszination für diesen Sport, suchte er Gleichgesinnte für die Verwirklichung seiner Idee vom Bau eines Golfplatzes im Aschaffenburger Raum.

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Von der Idee zur Umsetzung

Getreu dem Motto, dass Taten die Substanz des Lebens sind, schufen 94 Optimisten und Wagemutige 1977 über das von ihnen gewählte Präsidium die rechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung unseres Clubs. Herausragenden Anteil hieran hatte als Jurist das damalige Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Reuss. Noch jedoch war das Team um Ernst Brönner eine Truppe ohne Land. Die Suche nach einem geeigneten Gelände führte über Täler und Höhen des Spessarts und ging auch durch emotionale Höhen und Tiefen. Bei manch vielversprechendem Terrain glaubte sich die Clubführung am Ziel ihrer Wünsche, doch Detailverhandlungen platzten schnell. Handelseinig wurde man schließlich mit Eignern in Feldkahl-Rottenberg.

hist4War also schon die Geländesuche ein zeitraubendes Geschäft, so zog sich die behördliche Genehmigungsprozedur über viele Monate hin. Schnell erkannte der Vorstand, dass die Hürden für die Genehmigung einer 18-Loch Anlage derzeit unüberwindlich waren. Dem Antrag auf Bau eines 9-Loch Platzes wurde schließlich 1980 stattgegeben.

Jetzt schlich sich in den jungen Club ein wenig Angst vor der eigenen Courage ein: Würde man mit dieser kleinen Mitgliederzahl überhaupt die Finanzierung auf die Beine stellen können? Doch Risiko und Herausforderung wurden angenommen.

Unternehmen Golfplatz – Der Beginn der Baumaßnahmen

Was jetzt zählte, waren Organisationstalent und Eigenleistungen. Mit Ehrgeiz und Elan verschrieben sich Vorstand und Mitglieder ihrem “Unternehmen Golfplatz”. Ein glücklicher Zufall spielte unseren Freunden in die Hände: Die U.S. Armee war in diesen Jahren noch vor Ort. Jupp Rauth, Bad Orber Freund und Helfer der Aschaffenburger Golfplatzbauer kannte hier die richtigen Leute. Zu einer “Winterübung” rückten die U.S. Pioniere mit 4 Planierraupen an und bewegten im November 1980 die Erdmassen zu Fairways, Abschlägen und Bunkern. Dass die Gis von vielen Helfern mit Speis’ und Trank bei Laune gehalten wurden, passt in das Bild der enormen Einsatzfreude, die die Mitglieder der ersten Stunde auszeichnete. Derselbe Geist der Zusammenarbeit spricht aus der konzertierten Steine-Sammelaktion, die nötig wurde, weil die Erdarbeiten aller Orten Steine und Geröll nach oben befördert hatten.

Die ersten Bälle fliegen

Wer mag den Stolz aller Beteiligten ermessen, als im Frühjahr 1982 die ersten Bälle auf eigenem Platz fliegen konnten?

hist1Die Kunde von dem wunderschön gelegenen neuen Golfplatz und von kompetenten Lehrmeistern machte schnell die Runde und führte zu rasantem Mitgliederanstieg.

Die folgenden Jahre gehörten dem Sport und der Verbesserung der individuellen Spielstärke. Damen- und Herrengolfnachmittage entwickelten sich zu beliebten Veranstaltungen, und die Mannschaft konnte sich bei den bayerischen Mannschaftsmeisterschaften mit den Besten messen.

Vom Schutzhäuschen zum Clubhaus

Das Schutzhäuschen – vergnügter Treffpunkt nach dem Spiel – platzte mittlerweile aus allen Nähten. Ein ausgewachsenes Clubhaus musste her. Wieder waren Einsatzfreude, Kreativität und Organisationstalent gefragt. Die Verwirklichung konnte nur gelingen, weil viele Mitglieder mit Bausteinen und Spenden die Finanzierung unterstützten. 1986 stand das Haus und fügte sich harmonisch in die Landschaft.

So stand alles zum Besten, als Ernst Brönner im November 1987 seine Vorstandsarbeit beendete. Dr. Reinhard Lohse wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Er nahm mit seinem Team das in Angriff, was schon zuvor die Vorstände und viele Mitglieder umgetrieben hatte: Den Ausbau des Platzes auf 18 Löcher.

Das Bestreben nach Erweiterung von 9 auf 18 Loch

Es galt zunächst das Verdikt aufzuweichen, das seinerzeit mit der Baugenehmigung für 9 Löcher gekoppelt war und einen Erweiterungsbau ausschließen sollte. Viel Überzeugungsarbeit musste geleistet werden, um hier ein Umdenken zu erreichen.

29 Behörden wurden konsultiert. Deren Stellungnahmen waren zwar uneinheitlich, fielen aber in ihrer Gesamtheit ermutigend aus. Bedenken bestanden besonders seitens des Landratsamtes, das auf dem infrage stehenden Areal allenfalls eine 12 bis 14- Loch Anlage befürwortet hätte. Auf der Suche nach “golftauglichem” Gelände kristallisierte sich schon damals als 1. Alternative unser heutiges Haupterweiterungsterrain heraus. Dieses war jedoch seinerzeit als Restmülldeponie im Gespräch. Zudem zerfiel es in etwa 40 Parzellen und wurde noch intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Landbeschaffung dort galt nach Gesprächen mit den Eignern als sehr unsicher.

Entscheidend für die Umorientierung des Clubs war jedoch, dass seitens der Gemeinde die Ablehnung dieser Planung signalisiert wurde. Die Bemühungen des Vorstandes konzentrierten sich fortan auf ein Gelände in der Gemarkung Feldkahl, für das ebenfalls eine Vorplanung des Landschaftsarchitekten Weishaupt vorlag. Da mit der Zustimmung zum Raumordnungsverfahren im Juli 1990 die erste Hürde zügig genommen werden konnte, wuchs der Optimismus, schon im Spätsommer 1992 den Spielbetrieb auf der erweiterten Anlage aufnehmen zu können. Doch der Weg durch die Instanzen stagnierte.

Vorbedingung für die Bewilligung unseres Bauantrages war die Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplanes durch die Gemeinde. Bedingt durch Bedenken zweier von 25 Trägern öffentlicher Belange sowie einiger Bürger, erfolgte diese erst im Oktober 1993. Endlich – am 31. März 1994 – war die Baugenehmigung da. Zum Aufatmen und Jubilieren war trotzdem kein Anlass. Bedenklich stimmten die Einsprüche einiger Nachbarn und die Tatsache, dass verschiedene Eigner die Pachtverlängerung versagten beziehungsweise nicht bereit waren, Schlüsselgrundstücke des Erweiterungsgeländes zu verkaufen.

Brand des alten – Bau des neuen Clubhauses

Zu allem Unglück gab es dann noch die Hiobsbotschaft vom Oktober 1993 zu verkraften: Der Feuerteufel hatte unser Clubhaus in Schutt und Asche gelegt. Darüber hinaus führte die Wasserknappheit in der Region zum Bewässerungsverbot. Der Vorstand um Dr. Lohse sah sich also 1994 einer Fülle von Problemen gegenüber, deren Bewältigung eigentlich außerhalb der normalen Führung eines Clubs liegt und die die Mobilisierung aller Kräfte erforderte. Es galt, das Clubhaus zügig wieder aufzubauen, Unabhängigkeit von der öffentlichen Wasserversorgung zu erlangen sowie die Erweiterung zu einem guten Ende zu bringen.

hist3Nach großen Anstrengungen aller Beteiligten und der kostenlosen Planung und Baubegleitung unseres Mitgliedes Fritz Brönner, konnte schon im März 1995 die Einweihung des neuen Clubhauses gefeiert werden. Auch die Unabhängigkeit von der öffentlichen Wasserversorgung wurde erfolgreich eingeleitet. Viele Bedingungen mussten erfüllt werden und Speicherteiche wurden angelegt. Hinsichtlich der Platzerweiterung blieb die Aussicht auf jahrelange Streitigkeiten im Bemühen um das fehlende Land.

Dr. Lohse beendet seine Vorstandschaft

Nach mehr als sieben Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit zum Wohle des Clubs schied Dr. Lohse im März 1995 aus dem Amt. Die nachfolgende Vorstandsperiode mit dem Präsidenten Dr. Gert Hewig stand ganz im Zeichen der Neuorientierung:

Die Erweiterungspläne nehmen Form an

Eingedenk möglicher mehrjähriger Verwaltungsverfahren gegen die Einsprüche suchte der neue Vorstand nach Alternativen. Im Visier lag unter anderem wieder das Gebiet Essbach (heutige Löcher 2-7), dessen Umwidmung zur Restmülldeponie nach Bürgerprotesten aufgegeben worden war. Zudem wurden viele landwirtschaftlich genutzte Flächen stillgelegt, so dass dieser Ansatz dem Vorstand vielversprechend erschien.

Nach ersten Gesprächen mit den Eignern war die Resonanz äußerst ermutigend. Jedenfalls sollte ein neuer Bauantrag erst gestellt werden, wenn die Grundstücksfrage geklärt war. Roman Kehlert, im Vorstand zuständig für diese heikle Aufgabe, startete sein Mammutprogramm: Von mehr als 50 Eignern aus den Gebieten Essbach und Mehlgrube (heutige Löcher 1, 8 und 9), mussten in Einzelgesprächen Pachtoptionen erworben werden. Mit Geschick, Hartnäckigkeit und Konzilianz gelang es Roman Kehlert, eine Option nach der anderen unter Dach und Fach zu bekommen.

Inzwischen hatte der Gemeinderat die Bauvoranfrage positiv beschieden. Jetzt konnten Nägel mit Köpfen gemacht werden: Im Juli 1997 wurden nicht nur die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren eingereicht, sondern parallel dazu wurde bei der Gemeinde Hösbach der Antrag zum Bau eines 6-Loch Übungsgeländes gestellt. Für letzteren erhoffte man sich ein zügiges Genehmigungsverfahren, war doch das Gelände Teil der alten Erweiterungsplanung.

Roman Kehlert neuer Präsident des AGC

hist2Schon im Frühjahr 1998 – Roman Kehlert war nach dem Ausscheiden von Dr. Gert Hewig bei den turnusmäßig stattfindenden Vorstandswahlen zum Präsidenten gewählt worden – lag die Baugenehmigung für das Übungsgelände vor. Auch der positive Abschluss des Raumordnungsverfahrens konnte – mit Auflagen zwar – vermeldet werden. Bei aller Euphorie gab es dann erst mal einen heftigen Dämpfer: Der Bauantrag wurde von der Gemeinde zunächst abgelehnt.

Erteilung der Baugenehmigung

Dann kam der 16. April 1999. Dieses Datum wird als Meilenstein in die Annalen des Clubs eingehen: Es war der Tag, an dem die Baugenehmigung erteilt wurde.

Der Vorstand sah seine nie erlahmende Zuversicht bestätigt. Gegen alle Unkenrufe und skeptische Begleitmusik war es nicht nur gelungen, den Konsens mit den Behörden zu erreichen. Eine gewaltige Leistung war es auch, alle Mitglieder vom Sinngehalt der über die Erweiterung hinausgehenden Investitionen zu überzeugen.

Das Kalkül, mit einer großzügig dimensionierten Golfanlage nicht nur Ansporn und Anreiz der langjährigen Mitglieder zu fördern, sondern auch als Magnet für neue Mitglieder zu wirken, ging auf. Schlag auf Schlag folgten jetzt die Freudenfeste:

  • Spatenstich am 1. Mai 1999 mit unmittelbar anschließendem Baubeginn.
  • Einweihung des Übungsgeländes am 23. Juni 1999.
  • Richtfest Clubhaus-Anbau 7. April 2000.

Die Bauarbeiten schreiten voran

Die Bauarbeiten machten schnelle Fortschritte. Dank des intensiven Einsatzes der Firma Majuntke wurden die Pläne des Landschaftsarchitekten Weishaupt zügig umgesetzt. Auch das Verbindungsproblem zwischen den Spielbahnen konnte durch die von Wolfgang Felser initiierte Tunnelspendenaktion elegant gelöst werden. Das Budget gab sogar noch die Erweiterung der Driving Range her.

Erfolgreiche Erweiterung auf 18 Loch

Bei der festlichen und feierlichen Einweihung am 23. Juni 2000 wurden noch einmal die vielen Widrigkeiten geschildert, denen sich der Club im Ringen um die Platzerweiterung gegenüber sah. Lang und dornig war der Weg zum Ziel und nur der Ausdauer, Leidenschaft und Hartnäckigkeit des Vorstands, unter seinem Präsidenten Roman Kehlert, ist es zu verdanken, dass der Weg nicht das Ziel blieb.

Endlich war der Aschaffenburger Golfclub „erwachsen“ geworden. Die 18-Loch Golfanlage Hösbach-Feldkahl entstand in wunderschöner Landschaft. Sie ist – so formulierte es Hösbachs Bürgermeister Robert Hain in seinem Grußwort- auch ein attraktiver Faktor in der Konkurrenz der Regionen.

Eine Phase der Konsolidierung des Erreichten setzte ein. Büsche und Bäume in großer Zahl wurden gepflanzt, neue Wege erstellt, Bewässerungsmaßnahmen eingeleitet und Bodenkultivierungen vorgenommen. In konzertierter Aktion mit den Greenkeepern und unter Plünderung der Herrengolfkasse entstand unser Halfway-House und aus der Damengolfkasse wurden jede Menge Sitzbänke gestiftet.

Die Mitglieder genossen die neue Weitläufigkeit des Platzes. Der Turniersport konnte ausgeweitet werden. Dank des reizvollen Platzes und großzügiger Sponsoren waren Turnierkapazitäten schnell erschöpft und man musste sich sputen, um die begehrte Teilnahme zu sichern. Mannschaftsturniere der Damen und Herren wurden in verschiedenen Ligen ausgespielt und die beliebten Damen- und Herrengolf-Nachmittage vermeldeten starken Zuwachs. Bald galt der Club als Geheimtipp und viele neue Mitglieder fanden sich ein.

Jeder Meter zählt

Trotz der positiven Entwicklung des Clubs, waren Vorstand und Mitglieder mit Slope- und Course-Rating unseres Platzes nicht einverstanden. (Im Dezember 2000 lagen die Werte bei CR67,4/SR117 für Herren und CR 68,7/SR113 für Damen). Meter für Meter wurden dem Platz abgerungen, so dass das Rating-Team eine günstigere Bewertung aussprach. (Herren 68,5/121; Damen 69,4/115). Weitere Verbesserungen und Arrondierung des Platzes blieben zentrales Anliegen des Vorstands. Bereits im Herbst 2001 begannen Umbaumaßnahmen an den Grüns 1, 2, und 3. (heute 10, 11 und 12)

2003 wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung grünes Licht gegeben für den käuflichen Erwerb des Schlüsselgrundstücks im Bereich Essbach, das einen Teil von Grün 17 und Abschlag 12 (heute 7 und 2) ausmacht. Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, die Chance zum Erwerb des Geländes in Verlängerung der 4. Spielbahn (heute 13) zu nutzen. Auf diesem Grundstück ließe sich ein Par 3 bauen als Ersatz für das zwischen Bahn 1, Grün 5 und Abschlag 7 eingequetschte Fairway 6. (damalige Konstellation).

Roman Kehlert verabschiedet sich aus dem Vorstand

In der Jahreshauptversammlung 2004 stand Roman Kehlert nicht mehr zur Wiederwahl. 9 Jahre hat er mit ehrenamtlicher Arbeit die Clubgeschichte entscheidend geprägt. In seiner Laudatio fasste Dr. Reinhard Lohse noch einmal das unter Roman Kehlert und seinen Vorstandskollegen Vollbrachte zusammen und würdigte im Besonderen dessen Geschick, Energie und Ideenreichtum mit dem treffenden Satz: „Du warst zur rechten Zeit der richtige Mann am richtigen Platz“.

Georg Classen wird Präsident des AGC

Einstimmig wurde Hans Georg Claassen zum neuen Präsidenten gewählt. Bereits als Spielführer hatten ihn die Mitglieder schätzen gelernt. Zwar übernahm er die Verantwortung für den Club nach der Platzvergrößerung in vermeintlich ruhigem Fahrwasser, doch mit den Bauvorhaben an Bahn 18 (heutige 8) und dem großen Speicherteich ebendort standen größere Projekte bevor. Die Anlage von Speicherteichen war für den Club zwingend geboten, denn Wasser aus der Feldkahl steht bei Niedrigwasser nicht zur Verfügung. Darüber hinaus sind unsere Teiche reizvolle Naturoasen – gern besucht von Teich- und Blesshühnern, Enten, Nilgänsen und … Golfbällen.

Die Erweiterung geht weiter

Der Vergrößerungsanbau der Küche für eine effiziente Gastronomie wurde zügig verwirklicht und auf dem Platz gab es stetig Verbesserungen. Nur der gewünschte Grundstückskauf für das anvisierte neue Par 3 konnte immer noch nicht getätigt werden. Die Eigentümer sperrten sich gegen Verkauf und Verpachtung des relevanten Geländes.

Der Durchbruch gelang erst 2010, als endlich nach mühsamen und schwierigen Verhandlungen das benötigte Terrain im Tausch erworben werden konnte. 7 Jahre waren darüber ins Land gegangen.

Inzwischen hatte der Club in Hans-Joachim Kloss einen neuen Präsidenten. Nach 2 Vorstandsperioden beendete Hans Georg Claassen seine erfolgreiche Präsidentschaft. Roman Kehlert dankte seinem Nachfolger für dessen Einsatz, für die vielen hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit und ganz besonders für die erfolgreich geführten kniffligen Verhandlungen beim Kauf eines Grundstücks in Verlängerung der Driving Range, dessen Besitzer nach jahrelanger Verpachtung plötzlich eine Golfphobie entwickelt hatte. Unser neuer Präsident Hans-Joachim Kloss und sein Team konnten nach dem Erwerb des „Schlüsselgrundstücks“ mit Elan in eine Platzumbauphase einsteigen, an deren Ende der Platz mit völlig neuem Konzept aufwartete.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wurde einberufen, damit die Mitglieder über die weitreichenden Pläne der Umgestaltung beschließen konnten. Gebaut wurde inzwischen u.a. ein neues Par 3 als Ersatz für die damalige Bahn 6, Grünneubau für die alte Bahn 5; Zusammenschluss der vormaligen Grüns 6 u. 9. Die einschneidendste Veränderung betraf jedoch die Umkehr der bisherigen Bahnabfolge. Künftig galt: Die vormaligen Bahnen 10-18 laufen nunmehr unter 1-9 und umgekehrt. Konflikte hatte es immer wieder zwischen Spielern auf regulärer Runde und den Spielern gegeben, die unter Auslassung der sportlich besonders anspruchsvollen Bahnen 7, 8, 9  – dem  „ Tal der Tränen“ – direkt die Bahn 10 ansteuerten oder sogar direkt an Loch 10 anfingen. Die neue Reihenfolge wurde noch einmal modifiziert: Heute beginnen wir unsere Runde an der alten Bahn 11.

Der AGC begrüßt das 1000. Mitglied

Inzwischen wurde das 1000. Mitglied in den Club aufgenommen. Alle fieberten dem Ende der Umbauten entgegen und am 10. Juni 2012 war es soweit. Die Einweihung wurde mit einem großen Turnier zelebriert. Die neu gestalteten Grüns und besonders das neue Par 3 – d.h. die Spielbahn Nr. 14 – fanden die ungeteilte Zustimmung der Mitglieder. Eine echte Augenweide.

Jetzt war unser Platz nicht nur „erwachsen“, sondern ausgewachsen! Fast jedenfalls, denn die Krönung durch die rückgebaute 8 fehlt noch; aber der „rote Teppich“ wird schon angeliefert. Zwar momentan nur in Form von Erdaushub und Geröll zum Verfüllen des Steinbruchs, aber die Zuversicht wächst, dass 2014 das entscheidende Jahr wird. Wasser kommt dann reichlich ins Spiel. Gerade recht für einen wahren Meisterschaftsplatz.

Der Schlüssel zum Erfolg: Menschen mit Engagement

Das Gelingen dieser attraktiven Anlage hatte sich in dynamischem Prozess durch federführende Weichenstellungen der verschiedenen Vorstandsgremien entwickelt. Dass jedoch so ein Club funktioniert, und alle sportlichen, gesellschaftlichen, organisatorischen, pflegetechnischen, überhaupt alle dienstleistungsrelevanten Belange verwirklicht werden können, dafür braucht es Menschen, die ihr Metier mit Energie und Kompetenz betreiben.

Das Greenkeeper Team

Was wäre zum Beispiel der Platz ohne unser Greenkeeper-Team, das seine Aufgaben mit Akribie, Liebe zur Natur und Frühaufsteher-Qualitäten erfüllt? Für die Mitglieder der ersten Stunde fällt hier der Name Günther Smolny, Gründungsmitglied, Vorstandsmitglied bis 2008 und Ehrenmitglied. Seitens des Vorstands oblag ihm die Platzbetreuung; und über viele Jahre managte er mit seiner Frau den gesamten Spielbetrieb, denn damals gab es weder Sekretariat noch Sekretärin.

Seit März 1997 ist Thomas Lochner zuständig für Pflege und Beschaffenheit unseres Platzes. Das Know-how von Günther Smolny und die harmonische Zusammenarbeit mit unserem neuen Head-Greenkeeper und seinem Team brachten dem Club viele Vorteile. So wurden unter der zeitaufwendigen ehrenamtlichen Leitung von Herrn Smolny und dessen Bereitstellung des benötigten Geräts viele Erdarbeiten durchgeführt, so dass Fremdfirmen kaum beauftragt werden mussten. Dass ein tüchtiges Greenkeeper-Team für alle Mitglieder Gold wert ist, wissen wir spätestens seit der letzten großen Umbauphase. Für jeden sichtbar, sinnvoll und nützlich das Starterhäuschen, die neue Blitzschutzhütte und das trefflich gelungene Toilettenhäuschen an der 14 – unter Bauleitung von Thomas Lochner und weitgehend in Eigenleistung erstellt vom Team.

Die Trainer

Groß ist die Spielfreude der Mitglieder. Mit Spaß und Einfühlungsvermögen arbeitende Trainer sorgen dafür, dass die Handicaps schnell purzeln; oder dass dem Spieler oder der Spielerin unerklärliche Sockets, Fades oder sonstige „Macken“ ganz schnell wieder ausgetrieben werden. Darüber hinaus ist das Engagement ehrenamtlich tätiger Mitglieder in Vorstand und vielen Bereichen des Clublebens seit jeher ganz fabelhaft.

Das Damen- und Herrengolf

So erfreuen sich die wöchentlich stattfindenden Damen- und Herrengolf-Nachmittage großer Beliebtheit. Hier motiviert seit „gefühlten“ 30 Jahren Hans-Ulrich Alff seine Mannen mit Sportsgeist und guter Laune zum Herrengolf; und Christiane Neuser animiert mit Charme und Liebenswürdigkeit „ihre“ Damen und vermittelt die eigene Freude am Spiel. So beflügelt haben Damen und Herren „ihren“ Wochentag zum jour fixe deklariert, an dem gar nichts dazwischen kommen darf.

Die Old Boys

Ebenfalls unter ehrenamtlicher Leitung wird die Südwestdeutsche Seniorenrunde gespielt, deren Turnierserie in der Regel auf 15 verschiedenen Plätzen ausgetragen wird. Auch die „Old Boys“ haben ihren festen Platz im Turnierkalender, genauso wie das „gemischte“ Seniorengolf und neuerdings die 9-Loch Turnierserie – eingerichtet primär für die Berufstätigen.

Die Damen- und Herrenmannschaften

Ambitioniert und erfolgreich sind Damen- und Herrenmannschaften unseres Clubs in verschiedenen Wettbewerben präsent. 2013 lief es besonders gut. Mit einem altersmäßig total heterogenen Team ist die tolle 1. Mannschaft erneut innerhalb der Hessenliga aufgestiegen. Die Konstellation mit ganz jungen, jungen und etwas älteren, routinierten Spielern führte zu einer harmonischen und erfolgreichen Teamarbeit. Auch Jungseniorinnen und Jungsenioren konnten triumphieren und die Damenmannschaft hat sich für die Teilnahme in der Deutschen Golf Liga qualifiziert und wird dort ab diesem Jahr loslegen.

Die Jugendlichen

Dass in der 1. Mannschaft schon sehr junge Spieler und Spielerinnen am Start sind, liegt an der seit vielen Jahren erfolgreich betriebenen Jugendarbeit. Wichtigstes Indiz für die Begeisterung an unserem Sport ist die stetig gestiegene Zahl der am Training teilnehmenden Jugendlichen. Das Trainingsspektrum umfasst für die Jüngsten den spielerischen Umgang mit dem Golfschläger bis zum intensiven Training für Heranwachsende. Unsere Trainer praktizieren eine Mischung aus Spiel, Spaß und Wettkampf.

Schon nach kurzer Übungsphase gibt es die Möglichkeit, in kleineren Wettbewerben die eigenen Fähigkeiten auszuloten. Mittlerweile nehmen etwa 100 Jugendliche an unterschiedlichen Trainingseinheiten teil. Höhepunkte für alle sind die angebotenen Turniere in den jeweiligen Wettkampfklassen. Inzwischen hat sich eine starke Jugendmannschaft entwickelt, die in der Region Südhessen erfolgreich unterwegs ist. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die 1. Mannschaft aus dieser jungen Truppe gern Verstärkung holt, wie z.B. den „Rooky of the year“, Lukas Buller, der sich 2013 mit 13 Jahren von Hcp 7,2 auf 4,4 heruntergespielt hat und erfolgreich im Vierer der 1. Mannschaft eingesetzt wurde..

Golf als Schulsport

Eine gedeihliche Entwicklung hat das Zusammenspiel mit verschiedenen Schulformen in Unterfranken genommen. Hier wird erfolgreich versucht, auch diejenigen Kinder für das Golfspiel zu begeistern, deren sonstiges Umfeld keine Beziehung dazu hat. So ist unsere Jugend auch auf bayerischen Plätzen in verschiedenen Wettkampf- und Altersklassen dabei. Unter dem Motto: „Jugend trainiert für Olympia“ konnten sie einen stolzen Sieg einfahren.

Golf als Therapie

Doch nicht immer geht es nur um den Erfolg, der sich in Pokalen oder Preisen misst. Als Gewinner fühlten sich jedenfalls alle „Golfprofis“ einer Schule für Mehrfachbehinderte. Das Feedback bei diesem therapeutischen Golfangebot des Clubs war herzerwärmend.

An der durchgängig positiven Entwicklung des Jugendgolfs haben die Jugendwarte entscheidenden Anteil. Gemeinsam mit interessierten Eltern und erfahrenen Golfern nehmen sie die Jugend unter ihre Fittiche und sorgen dafür, dass bei dem gebotenen Trainingsernst Spaß und Freude nicht verloren gehen.

Die Clubzeitschrift – Das Fore

Wer sich heute als Gast in unserem Clubhaus aufhält oder auf der Terrasse den atemberaubenden Blick auf die Fairways und den Spessart genießt, hat vielleicht Muße in einer der ausliegenden Zeitschriften oder Broschüren zu blättern. Dabei entdeckt er bestimmt das FORE. Jährlich gibt es bis zu drei Ausgaben dieses offiziellen Clubmagazins. Darin findet man nicht nur alles Wissenswerte den Club betreffend, sondern auch feuilletonistische Beiträge einzelner Clubmitglieder, Tipps unserer Pros, Regelkunde und natürlich Turnierergebnisse. Schon in den achtziger Jahren hatte man begonnen, Mitteilungsblätter für die Mitglieder zu verfassen. Diese Tradition wurde beibehalten. Jetzt halten wir jedoch nicht mehr nur ein Blättchen in Händen, sondern ein richtiges Magazin. Gleichwohl sind es immer noch Clubmitglieder, die ehrenamtlich jede Ausgabe auf die Beine stellen; oft in mühevoller Kleinarbeit aber immer mit der Unterstützung der kompetenten und liebenswürdigen Mitarbeiterinnen im Sekretariat.

Auch für die Zukunft sieht sich der Aschaffenburger Golfclub bestens gerüstet. Seine Geschichte zeigt deutlich wie viel Herzblut aller Verantwortlichen in dieses Projekt geflossen ist.

Stand: März 2014